Wäsche waschen am Sonntag ist in Deutschland erlaubt. Es gibt kein gesetzliches Verbot, das dir das Waschen an Sonn- und Feiertagen grundsätzlich untersagt. Verschiedene Gerichte haben das ausdrücklich bestätigt. Was es aber durchaus gibt, sind Regelungen zum Lärmschutz, und die können in der Praxis einen Unterschied machen.
Darf man sonntags Wäsche waschen? Die rechtliche Lage
Ein direktes Verbot für das Wäschewaschen am Sonntag existiert in Deutschland nicht. Weder im Bürgerlichen Gesetzbuch noch in einem Bundesgesetz steht, dass du deine Waschmaschine sonntags nicht anstellen darfst. Laut Henkel, das sich auf verschiedene Gerichtsverfahren beruft, ist Wäschewaschen am Sonntag ausdrücklich erlaubt und das ist in der Rechtsprechung so festgestellt worden.
Was jedoch gilt: Du bist verpflichtet, deine Nachbarn nicht übermäßig zu stören. Das folgt aus dem allgemeinen Rücksichtnahmegebot im Nachbarschaftsrecht. Ob du damit gegen Regeln verstößt, hängt weniger davon ab, dass du wäschst, sondern wie laut deine Maschine ist und zu welcher Uhrzeit du sie laufen lässt.
Lärmschutz und Ruhezeiten am Sonntag
In Deutschland gilt der Sonntag als gesetzlicher Ruhetag. Das bedeutet aber nicht, dass du nichts tun darfst, sondern dass du besonders laut störende Aktivitäten einschränken sollst. Für den Lärm von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen gelten in der Regel folgende Ruhezeiten, die in vielen Gemeinden und Hausordnungen festgelegt sind:
- Mittags: etwa 13:00 bis 15:00 Uhr
- Abends und nachts: ab 22:00 Uhr bis 7:00 oder 8:00 Uhr morgens
Diese Zeiten sind nicht bundeseinheitlich geregelt. Jede Gemeinde kann eigene Lärmschutzverordnungen erlassen. Außerdem haben viele Mietshäuser eine eigene Hausordnung, in der Ruhezeiten genauer festgelegt sind. Schau also am besten in deine Hausordnung oder deinen Mietvertrag, bevor du die Maschine um 6 Uhr morgens anstellst.
Wann du besser aufpasst
Eine Waschmaschine, die im Schleudergang läuft, kann leicht 70 bis 80 Dezibel erreichen. Das ist vergleichbar mit einem Staubsauger. In einer Mietwohnung mit dünnen Wänden oder Decken kann das für Nachbarn sehr störend sein, besonders in den Ruhezeiten. Auch wenn du rechtlich nicht im Unrecht bist, kann dauerhafter Lärm zu Streitigkeiten oder sogar zu einer Abmahnung vom Vermieter führen, wenn du die Hausordnung wiederholt missachtest.
Praktisch gesagt: Die Maschine zwischen 9:00 und 12:00 Uhr oder zwischen 15:00 und 21:00 Uhr laufen zu lassen ist in den meisten Fällen unproblematisch. Viele neuere Waschmaschinen haben außerdem eine Startzeitverzögerung, mit der du das Programm so einstellen kannst, dass es zu einer ruhigeren Stunde endet.
Was gilt bei Eigentumswohnungen und Mietwohnungen?
In einer Mietwohnung hat die Hausordnung Vorrang vor deinen persönlichen Vorlieben. Steht dort, dass Waschmaschinen sonntags zwischen 13:00 und 15:00 Uhr nicht benutzt werden dürfen, dann gilt das für dich auch ohne gesetzliche Grundlage, weil du die Hausordnung mit dem Mietvertrag anerkannt hast.
In einer Eigentümergemeinschaft (WEG) gelten ähnliche Regeln, die in der Gemeinschaftsordnung oder per Beschluss festgelegt sein können. Auch hier lohnt es sich, kurz nachzuschauen, bevor es zu Streit kommt.
Kurz gesagt: Du darfst sonntags Wäsche waschen, am besten zu einer Uhrzeit, die deine Nachbarn nicht aus dem Bett reißt. Halte dich an die Ruhezeiten in deiner Hausordnung oder Gemeindeordnung, dann bist du auf der sicheren Seite.




