Laut dem Statistischen Bundesamt arbeitete im Jahr 2024 jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland zumindest teilweise im Homeoffice. Und so mancher davon hat selbst nach einem anstrengenden Arbeitstag das Gefühl, kaum etwas geschafft zu haben.
Werden Aufgaben nur unzureichend erledigt oder bleiben sie gar liegen, liegt das nicht zwingend an zu wenig Zeit. Oftmals wird die Arbeitszeit jedoch nicht effizient genug genutzt.
Die folgenden Tipps schaffen Abhilfe, indem sie dabei helfen, das individuelle Zeitmanagement im Homeoffice zu verbessern.
Wie sich die Arbeitszeit besser strukturieren lässt
Laut dem Glücksatlas 2025 arbeiteten laut 30 Prozent der 5.000 Befragten ein bis zwei Tage pro Woche von zu Hause aus. Bei rund 18 Prozent gibt es dagegen keine Alternative zum Homeoffice.
Ob man nur wenige Tage in der Woche oder komplett im Homeoffice tätig ist – in beiden Fällen ist für eine verbesserte Arbeitseffizienz ein gutes Zeitmanagement gefragt.
Der Begriff Zeitmanagement meint dabei nichts anderes, als der Zeit, die für die Arbeit vorgesehen ist, Struktur zu verleihen. Dadurch können Aufgaben konzentrierter und vor allem schneller erledigt werden.
Eine Methode besteht etwa darin, den Arbeitstag in verschiedene Zeitfenster einzuteilen. Aufgaben wie das Lesen und Beantworten einer Mail werden also nicht dann erledigt, wenn die virtuelle Nachricht im Postkorb landet. Stattdessen wird die E-Mail-Korrespondenz nur zu bestimmten Zeiten am Tag eingeplant – etwa zwischen 8.00 und 10.00 Uhr morgens.
Die Vorteile dieser strukturierten Zeitfenster:
- Höhere Qualität der E-Mail-Kommunikation: Stehen für das Lesen und Beantworten von E-Mails bestimmte Zeiten zur Verfügung, fällt es leichter, die Nachrichten zu priorisieren. Also das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Zudem bleibt mehr Zeit für das konzentrierte Lesen und das Verfassen einer qualifizierten Antwort.
- Weniger Context-Switching: Multitasking im Homeoffice kostet meist mehr Zeit als es vermeintlich spart. Denn jedes Mal, wenn zwischen zwei oder mehr Aufgaben gewechselt wird, braucht das Gehirn ein paar Sekunden, um sich neu zu fokussieren. Dementsprechend werden sowohl Zeit als auch mentale Energie unnötig vergeudet.
- Höhere Produktivität: Werden E-Mails nur in dem dafür vorgesehenen Zeitfenster bearbeitet, erhöht sich für den Rest des Arbeitstages automatisch die Produktivität. Denn ohne die Ablenkung durch E-Mail-Benachrichtigungen fällt es leichter, in den Deep-Work-Modus zu gelangen – also sich auf anspruchsvolle Aufgaben zu konzentrieren.
Ebenso verringern feste Zeitfenster für die E-Mail-Kommunikation das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit, das Druck und damit einhergehend Stress erzeugen kann.
Warum Pausen für eine effiziente Arbeit unerlässlich sind
Zwar mag es paradox klingen, doch für ein effizientes Zeitmanagement im Homeoffice sind regelmäßige Pausen besonders wichtig.
Sinnvoll ist es, sie an den natürlichen kognitiven Zyklen zu orientieren. Also dann für einen Moment die Arbeit ruhen zu lassen, wenn die ersten Ermüdungserscheinungen des Gehirns auftreten. Das kann abhängig vom geistigen Anspruch der zu bewältigenden Aufgaben alle 25 bis 90 Minuten der Fall sein.
Insbesondere eine ausreichend lange Mittagspause ist laut Untersuchungen der Schlüssel zu einer gesunden und gleichzeitig effizienten Arbeitskultur. Denn wie die 2025 veröffentlichte Studie „Food at Work“ belegt, kann sie die Produktivität während der Arbeit um bis zu 20 Prozent steigern.
Neben der Mittagspause empfiehlt sich auch während eines Arbeitstags im Homeoffice eine weitere längere Pause, in der der Schreibtisch verlassen wird. Um die Konzentration und die Kreativität zu steigern, ist es ratsam, in dieser Zeit in den Garten zu gehen oder einen Spaziergang an der frischen Luft zu unternehmen. Denn insbesondere die Bewegung kann dabei helfen, Stress abzubauen und Spannungen im Körper zu lösen.
Auch in den kürzeren Arbeitspausen ergibt es Sinn, zumindest für einen kurzen Moment vom Schreibtisch aufzustehen – etwa um sich in der Küche eine Tasse Kaffee zu gönnen. Einerseits kann das Gehirn durch die wechselnde Tätigkeit die zuvor aufgenommenen Informationen besser verarbeiten. Andererseits beugt eine Unterbrechung der Arbeit sowohl der Ermüdung des Gehirns als auch der Augen vor.




