Sanieren im Bestand: Von Feuchte bis Wärmebrücke und welche Baustoff-Entscheidungen später Kosten sparen

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Sanieren im Bestand: Von Feuchte bis Wärmebrücke und welche Baustoff-Entscheidungen später Kosten sparen

Sanieren im Bestand: Von Feuchte bis Wärmebrücke und welche Baustoff-Entscheidungen später Kosten sparen

Inhaltsverzeichnis

Sanierungen im Bestand halten einige Überraschungen bereit. Hinter Tapeten verbergen sich alte Schichten, unter Bodenbelägen warten unebene Untergründe, im Keller sind es Feuchteflecken und an Fenstern zeigt sich Kondenswasser. Die Folgekosten entstehen nicht allein durch den Eigenpreis des Baustoffs, sondern vor allem durch falsche Reihenfolgen, ungeeignete Materialien und fehlende Trocknungszeiten.

Feuchte richtig einschätzen: erst Ursache dann Material

Feuchte ist nicht gleich Feuchte. Kondenswasser an kalten Flächen verhält sich anders als aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk oder eindringendes Wasser von außen. Deshalb lohnt ein kurzer Realitätscheck, bevor saniert wird. Ist die Feuchte saisonal, etwa im Winter an Außenwänden oder Fensterlaibungen, ist Kondensation im Spiel. Zeigen sich Flecken im Sockelbereich, kommt auch aufsteigende Feuchte in Frage. Bei Kellerwänden kommt gegebenenfalls noch Druckwasser oder seitlich eindringende Nässe hinzu. Das bedeutet für die Materialwahl, dass nicht jede Farbe, nicht jeder Putz und nicht jedes Dichtsystem für jede Ursache geeignet ist. Werden nur die Symptome überstrichen, so kommen die Flecken oder Abplatzungen zurück. Sinnvoll ist, die Sanierung mit den Feuchtewegen zu bauen, d. h. mit den richtigen Dichtsystemen, Sanierputzsystemen oder kapillaraktiven Materialien, je nach der jeweiligen Situation.

Bei Sanierungen hilft es oft, die Materialien und den Schichtaufbau abgestimmt auszuwählen. Im Baustoffhandel lässt sich der Bedarf meist auch etwas strukturierter planen, so dass Grundierung, Spachtel, Putz und Dämmung zueinander passen und der Nachkauf aus dem Bauch heraus vermieden wird.

Kleine Details mit großem Effekt

Wärmebrücken entstehen häufig dort, wo Bauteile unterbrochen sind oder Übergänge zu schlecht gedämmt sind. Typische Stellen sind Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Deckenränder oder Balkone. Die Folge ist nicht nur Energieverlust und ein kühlerer Oberflächenbereich, in dem Luftfeuchtigkeit kondensieren kann und damit Flecken bzw. Schimmelrisiko droht. Wer da saniert, sollte sich nicht nur auf die große Wandfläche konzentrieren, sondern die Dämmwirkung an den Übergängen im Blick haben: schon geringe Verbesserungen an Laibungen, an Anschlüssen usw. können das Oberflächenklima entscheidend beeinflussen. Materialwahl ist hier wichtig, ebenso wie die Frage der Verwendung dicker oder dünner Aufbauten. In manchen Fällen ist eine dünne hochwirksame Lösung besser, woanders ist ein durchgängiger Aufbau, bei dem auch die Anschlussprofile und der saubere Abschluss bedacht werden, von Vorteil.

Kostentreiber im Verborgenen

Im Innenbereich liegt der Hund oft im Untergrund begraben. Alte Anstriche, lockere Putzstellen, Risse, unterschiedliche Saugfähigkeit, alles dies wirkt sich auf die Haftung und die Optik aus. Wer hier zu schnell arbeitet, zahlt doppelt. Grundierungen werden nicht erfunden, um mehr Material zu verkaufen, sondern um das Saugverhalten zu homogenisieren und die Haftung zu sichern. Spachtelmassen brauchen bestimmte Schichtdicken. Estrich- oder Ausgleichsmassen brauchen Zeit, um durchzuhärten, bevor ein Bodenbelag aufgeklebt oder verlegt werden kann. 

Im Bad oder in der Küche ist der Schichtaufbau entscheidend. Abdichtung, Dichtbänder, Fliesenkleber, Fugenmaterial müssen zusammenpassen und in der richtigen Reihenfolge verarbeitet werden. Wird eine Schicht übersprungen oder zu früh bearbeitet, winken Risse, Hohlstellen und Undichtigkeiten.