Wandfarbe weiß hochdeckend: worauf es wirklich ankommt

Über den Autor

Teile diese Nachricht:

Artikel

Andere Kategorien

Wandfarbe weiß hochdeckend: worauf es wirklich ankommt

Inhaltsverzeichnis

Eine weiße Wandfarbe mit hoher Deckkraft überstreicht alte Farbe, Flecken oder dunkle Untergründe in möglichst wenigen Arbeitsgängen, ohne dass die alte Schicht noch durchschimmert. Das Entscheidende dabei ist die Deckkraftklasse: Suche nach Farben der Klasse 2, die du häufiger im Handel findest, oder besser noch Klasse 1, die als „hochdeckend“ gilt und auch über dunkle Töne zuverlässig deckt.

Ob du ein frisch renoviertes Zimmer streichen willst, alte gelbe Flecken überdecken oder nach einem Mieterwechsel günstig und schnell weiß machen möchtest: die richtige Wahl spart dir einen zweiten oder dritten Anstrich und damit Zeit und Geld.

Was bedeutet hochdeckend bei weißer Wandfarbe?

Wandfarben werden in Europa nach der Norm EN 13300 in vier Deckkraftklassen eingeteilt. Klasse 1 deckt am stärksten, Klasse 4 am schwächsten. Eine weiße Wandfarbe mit der Angabe „hochdeckend“ auf dem Eimer entspricht in der Regel Klasse 1 oder 2. Bei Klasse 1 ist die Farbe so undurchsichtig, dass ein einziger Anstrich über einem mittelgrauen Untergrund deutlich über 99 Prozent der Fläche vollständig deckt.

Im Alltag bedeutet das: Wenn du eine cremefarbene oder leicht getönte Wand mit einer hochwertigen hochdeckenden Farbe der Klasse 1 weißt, reicht oft ein Anstrich. Bei sehr dunklen Wänden, starken Wasserflecken oder stark saugendem Putz sind meistens zwei Anstriche nötig, unabhängig davon welche Qualität du wählst.

Deckkraft und Preis: günstig und hochdeckend ist möglich

Es gibt eine weitverbreitete Annahme, dass gute Deckkraft immer teuer sein muss. Das stimmt nicht vollständig. Günstigere Eigenmarken von Baumarktketten decken häufig in Klasse 2, was für frisch verputzte oder bereits weiße Wände völlig ausreicht. Für Wände mit stärkeren Farbunterschieden oder Flecken lohnt sich der Griff zur Klasse 1, auch wenn diese Dosen etwas teurer sind.

Ein praxisnahes Rechenbeispiel: Nimmst du für 60 Quadratmeter Wandfläche eine günstige Farbe der Klasse 2, die zwei Anstriche braucht, verbrauchst du rund 6 bis 8 Liter (je nach angegebener Ergiebigkeit). Eine hochdeckende Klasse-1-Farbe, die mit einem Anstrich auskommt, verbraucht nur halb so viel Material. Der etwas höhere Preis pro Liter relativiert sich dadurch oft schnell, und du sparst dir außerdem einen halben Arbeitstag.

Marken wie Alpina, Auro, Schöner Wohnen oder Brillux bieten hochdeckende weiße Wandfarben an, die gut im Handel verfügbar sind. Brillux gilt als professionelle Handwerkermarke mit sehr guten Verarbeitungseigenschaften, ist aber teurer. Für Heimwerker, die eine große Fläche streichen wollen, kann eine Eigenmarke eines Baumarkts mit guter Deckkraftangabe eine sinnvolle Alternative sein.

Worauf du beim Kauf einer weißen hochdeckenden Wandfarbe achten solltest

Die Deckkraftklasse steht auf dem Eimer, häufig als Zahl 1 bis 4 oder als Symbol. Steht dort nichts Konkretes, oder nur „gute Deckkraft“, ist Vorsicht angebracht. Achte außerdem auf diese Punkte:

  • Weißgrad: Reinweiß (oft als „brillantweiß“ oder „blütenweiß“ bezeichnet) reflektiert mehr Licht als cremeweiß. Für helle Räume ist ein hoher Weißgrad sinnvoll.
  • Ergiebigkeit: Angaben wie „bis zu 8 m² pro Liter“ gehen von glatten Untergründen aus. Bei rauem Putz rechne mit etwa 20 bis 30 Prozent mehr Verbrauch.
  • Nassabriebfestigkeit: Für Küche, Flur oder Kinderzimmer lohnt sich eine Farbe der Nassabriebklasse 2 oder 1, damit du die Wand später abwischen kannst.
  • Lösungsmittelfreiheit: Die meisten modernen weißen Wandfarben sind auf Wasserbasis und lösungsmittelfrei, was die Raumbelüftung beim Streichen einfacher macht.

Wann eine Grundierung sinnvoll ist

Eine hochdeckende weiße Wandfarbe ersetzt nicht in jedem Fall eine Grundierung. Bei stark saugenden Untergründen wie frischem Putz, Gipskarton oder nach dem Abwaschen alter Farbe saugt die Wand die erste Schicht Farbe so schnell auf, dass die Deckkraft deutlich nachlässt. Eine Tiefengrundierung vorher schließt die Poren des Untergrunds und macht die anschließende Farbe deutlich gleichmäßiger und ergiebiger.

Bei bereits gestrichenen Wänden in hellen Tönen, die in gutem Zustand sind, kannst du die Grundierung in der Regel weglassen und direkt mit der hochdeckenden Weißfarbe beginnen.

Wer eine große Fläche effizient und mit möglichst wenigen Arbeitsgängen weiß streichen will, ist mit einer weißen Wandfarbe hochdeckend der Klasse 1 am besten beraten. Achte auf die Deckkraftklasse auf der Dose, schätze den Untergrund realistisch ein, und kalkuliere bei rauhen Wänden einen höheren Verbrauch ein. So sparst du am Ende mehr als mit dem günstigsten Preis pro Liter.